Nach außen hin ist das internationale Festivalkomitee offizieller Veranstalter der Leipziger Filmwoche. Es werden sogar Sonderregelungen von Seiten der DDR-Regierung für die Durchsetzungen des internationalen Gedankens geschaffen. Ab diesem Jahr allerdings hat die SED ein wachsames Auge auf die Organisation von z.B. "Argumentationslinien für öffentliche Diskussionen mit dem Gegner" - Diese sind all jene aus dem "imperialistischen" Ausland, bspw. die Gäste aus BRD und westliche Pressevertreter. [Heidi Martini, in: Ralf Schenk]
Eine Parteigruppe aus Vertretern der Abteilungen Kultur, Agitation und Propaganda sowie Außenpolitik wird innerhalb des ZK (Zentralkomitee) der SED gegründet, mit dabei sind der Hauptdirektor der VVB Film und die Direktoren der entsprechenden Studios. Die Gruppe versteht sich in wechselnder personeller und mit wachsender Einflussnahme des Fernsehens als "die eigentliche politische und ideologische Leitung des Festivals" [aus dem Protokoll der 1. Sitzung der Parteigruppe für die Internationale Dokumentar- und Kurzfilmwoche vom 20.10.1961., in: Andreas Kötzing]. Offizieller Veranstalter ist das internationale Festivalkomitee, allerdings muss das Programm dem ZK vorgelegt werden, die Zusammensetzung der Jury sowie die Festlegung der Schwerpunkte und Themenvorgaben werden beeinflusst.
Das Festival dient der SED als Zeichen von Weltoffenheit und Steigerung des internationalen Ansehens, gleichzeitig soll aber auch die staatliche Eigenständigkeit untermauert werden und ein Gegengewicht zu den großen westdeuschen Festivals geschaffen werden. Von den Funktionären wird eine gemäßigte Festivalpolitik bevorzugt. So sind sie nicht glücklich, als Kubanische Post-revolutionäre und radikal-linke Filme - wie "Aleas Generalversammlung" von Tomás Gutiérrez - in Leipzig bejubelt werden
Mit u.a. Joris Ivens, Stanley Forman, Roman Karmen, Andrew und Annelie Thorndike sowie Alberto Cavalcanti formiert sich in diesem Jahr das Ehrenpräsidium des Festivals. Das diesjährige Motto des Festivals "Filme der Welt - für den Frieden der Welt" wird bis 1989 beibehalten. Unter der gleichen Überschrift findet die Retrospektive statt; acht Filme von Joris Ivens, Roman Karmen, Karl Gass, Joop Huisken, Alberto Cavalcanti und John Grierson werden gezeigt.
Großer Preis
LUDI GOLUBOVO OGNJNA (MENSCHEN DER BLAUEN FLAMME, UdSSR, Roman Grigorjev)
NARODZINY STATKU (GEBURT EINES SCHIFFES, Polen, Jan Lomnicki)
Hauptpreise
AKTION J (DDR, Walter Heynowski)
LET MY PEOPLE GO (GIB MEIN VOLK FREI, Großbritannien, John Krish)
ENFANTS DU COURANT D´AIR (KINDER DER ZUGLUFT, Frankreich, Eduard Luntz)