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v.l.: Chao Gan – MIDA, Asako Fujioka – Yamagata Int. Documentary Festival, Chris McDonald – Hotdocs, Dr. Grit Lemke - DOK Leipzig, Alex Lee – Documentary Edge NZ, Ally Derks – IDFA, Moderatorin
v.l.: Chao Gan – MIDA, Asako Fujioka – Yamagata Int. Documentary Festival, Chris McDonald – Hotdocs, Dr. Grit Lemke - DOK Leipzig, Alex Lee – Documentary Edge NZ, Ally Derks – IDFA, Moderatorin

DOK Leipzig war eines von drei internationalen Filmfestivals, die sich Anfang Juni während der Magnolia International Documentary Awards (MIDA) – einer Abteilung des renommierten Shanghai International Film Festival – mit einem Filmprogramm am Austragungsort der EXPO präsentierten. In 13 Vorstellungen (zwei davon im Goethe Institut Shanghai) wurden acht Filme aus ebenso vielen Ländern zur öffentlichen Vorführung gebracht – ein Novum für China und eine rundum gelungene Premiere für MIDA. Zum Ereignis wurde die chinesische Premiere von „Shanghai Fiction“, in dem Julia Albrecht und Busso von Müller die Lebenswege von Einwohnern der sich rasant entwickelnden 18-Millionen-Metropole verfolgen und der 2009 in Leipzig seine Welturaufführung erlebte. Schon im Vorfeld hatte die Filmankündigung ein enormes Medienecho und diverse Diskussionen – auch um Zensur und die Freiheit der Kunst – ausgelöst, die sich bei den ausverkauften Vorstellungen fortsetzte. Auch der zweite deutsche Beitrag „Kinder. Wie die Zeit vergeht“ von Thomas Heise, der dafür 2008 die Silberne Taube verliehen bekam, stieß auf reges Interesse. Die Geschichte einer ostdeutschen Familie vom Beginn der 90er Jahre bis in die Gegenwart erwies sich als universelle Erzählung von Individuen in einer sich global verändernden Gesellschaft, in der die chinesischen Zuschauer ihr eigenes Leben und ihre Probleme reflektiert fanden. Dankenswerter Weise hatte das Goethe Institut sowohl Julia Albrecht und Busso von Müller als auch Thomas Heise eingeladen, die dem Publikum in langen, angeregten Diskussionen Rede und Antwort standen.

DOK Leipzig wurde in Shanghai zum wiederholten Mal von Grit Lemke vertreten, die auch am European Asian American Forum teilnahm. Auf dem „Summit of International Documentary Presidents“ begegneten sich dort VertreterInnen einiger der wichtigsten Dokfilmfestivals: neben DOK Leipzig waren IDFA, HotDocs, Yamagata, Documentary Edge New Zealand, Guangzhou und MIDA selbst präsent. In der Diskussion wurden gemeinsame Interessen, aber auch unterschiedliche Ansätze der Festivals deutlich. Diese scheinen sich hauptsächlich in der unterschiedlichen Gewichtung politischer Inhalte bzw. künstlerischer Handschriften abzuzeichnen. Eine Frage, die sich auch durch die zahlreichen Gespräche mit chinesischen Medien, u.a. in der Aufzeichnung zweier Talkshows, mit den FestivalvertreterInnen zog.

DOK Leipzig verfügt mittlerweile in Shanghai über eine treue, stetig wachsende Fangemeinde und wird auch weiterhin daran mitwirken, den Dokumentarfilm als für diese Region weitgehend unbekannte Kunstform in China zu etablieren. Das nächste Programm in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut ist für Dezember geplant.