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SYNOPSIS:

Milltown, auf Deutsch „Mühlheim“, ein Ort in Western Montana am Zusammenfluss von Blackfoot und Clark Fork River. Hier wurde Holz verarbeitet, erst mit Wasserkraft und nach dem Bau des Milltown Damms mit elektrischer Energie. Der Clark Fork River kommt aus Butte, 120 Meilen südöstlich von Milltown, einst die größte Bergbaustadt der USA. Der Damm und das Wasserkraftwerk wurden kürzlich abgerissen, das Holzwerk ist stillgelegt. Im Sommer bringen Kanuten etwas Farbe in die Industriebrache, doch Angler sieht man hier nicht. Gifte und Schwermetalle, die der Fluss aus den Minen von Butte und der Kupferschmelze von Anaconda mit sich führte, haben den Grund des ehemaligen Stausees kontaminiert. Um das Gelände zu renaturieren, soll der Giftschlamm, geschätzte 14 Millionen Lastwagenladungen, jetzt abgetragen und stromaufwärts gebracht werden an einen Ort namens Opportunity, den die Minengesellschaft Anaconda einst als Musterdorf im Grünen neben der Kupferschmelze errichtet hatte. Der Clark Fork River ist das größte „Superfund Site“, das größte Renaturierungsprojekt der USA.

Das Areal, das der Film in Montana durchmessen wird, hat die Form eines liegenden Kreuzes (┼─). Die west-östliche Längsachse bildet die Interstate 90 von Butte über Milltown bis zur Garten- und Universitätsstadt Missoula, die Süd-Nordachse der Highway 93, der von Idaho kommend durch das Bitterroot Valley und durch die Flathead Indian Reservation an die kanadische Grenze und zum Glacier National Park führt. Parallel zu den Fernstraßen verlaufen die Schienenstränge der Burlingten Northern and Santa Fe Railway Company, die sich am Güterbahnhof Missoula kreuzen.

Auf den Weiden im Bitterroot Valley werden Rinder gezüchtet, in der Flathead Reservation Büffel und Pferde. Grundstücksspekulation gibt es hier wie dort. Noch ist das Leben in „Big Sky“ Montana vergleichsweise geruhsam und bietet ausreichend ‚Natur’. Deshalb kommen immer mehr Großstädter von außerhalb und siedeln am Clark Fork River, am Bitterroot River oder am Flathead Lake. Kalifornische Bauträger investieren in Villen, Wohnanlagen und Golfplätze. Das Land in der Flathead Reservation ist inzwischen zu 85% in weißer Hand. Zwar besitzen die Stämme noch Wasserrechte an den heißen Quellen in Hot Springs, aber der einst heilige Badeort der Indianer, an dem sich bis in die 70er Jahre der Montana-Jetset traf, ist heruntergekommen und verfällt. Die durch Bergleute, Rancher, Kleinstädter und marginalisierte Indianer geprägte Sozialstruktur in Montana verändert sich rasch.

„Milltown, Montana“ ist ein essayistischer Streifzug durch eine gemarterte, aber grandiose Landschaft und deren Widerhall auf eine von antagonistischen Tempi bewegte Welt.

 

DIRECTOR'S NOTE:

Als Kind des Ruhrgebiets und Bewohner MÜLHEIMS beschäftigt mich die Frage: Was kommt nach der Industrie, wie geht es mit dem Leben und der einst durch technische Prozesse in Gang gesetzten Beschleunigung weiter? Kommt es zu einer Wiederannäherung an den Rhythmus der Natur? Lassen sich Technik und Wissenschaft und ein Leben mit der Natur vereinen? Wie leben die Nachfahren der so genannten „Naturvölker“, was verstehen sie unter „Fortschritt“, wie verhalten sie sich zur „Beschleunigung“?

Seit 10 Jahren beschäftigen sich meine Filme mit Bewegung an Schauplätzen in einer Landschaft. Zwischen den Dingen, Menschen und Orten gibt es keine Hierarchien, sie werden gleich behandelt, auf ihren Rhythmus und ihre Gesten hin untersucht. Insofern gibt es in den Filmen auch keine Protagonisten, es gibt Beziehungen und Begegnungen, vorbereitete und unvorbereitete.“

MENTOR'S NOTE:

Rainer Komers ist ein ganz besonderer Filmemacher, der Geschichten über besondere Orte auf besondere Weise erzählt. Er lässt uns den Rhythmus der Orte erfahren und das Verstreichen der Zeit dort fühlen. Er gibt nicht vor, was wir denken sollen, ganz im Gegenteil, er lässt uns an der Entstehung des Films teilhaben. Seine Sprache ist weder Deutsch, Englisch noch Russisch, seine Sprache ist das Kino. Das ist einer der Gründe, weshalb ich sehr glücklich bin, ihn bei Entstehung dieses Filmes unterstützen zu dürfen.

MIROSLAV JANEK- Filmemacher, Tschechien

 

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PRODUKTIONSNOTIZEN:

Drehformat:Super 16

Schnitt: Bert Schmidt

Kamera: Rainer Komers

Ton: Michel Klöfkorn

Produktion: Stefan Kloos / Kloos & Co. Medien GmbH

 

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Fotos zu

"Milltown, Montana"

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Informationen über den Filmemacher

Rainer Komers

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Der Filmkritiker Michael Girke zu Rainer Komers Werk.